Startseite Begrüssung 23 4 LinksImpressum

Richard Erich Höber

Geboren am 24. April 1931 in Zürich als erstes Kind des Richard und seiner Frau Rosa Höber. Sie leben in Feldmeilen am Zürichsee, wo Richard’s Vater als „Herrschaftsgärtner“ im Gut der Familie Ulrich Wille angestellt war. Kurz bevor er mit sechs Jahren die Schule besucht, wird seine Schwester Nelly geboren. Mit engem Kontakt zur Arbeit seines Vaters und zur Villa „Mariafeld“ wächst er auf, wird Kadett des Kadettencorps Meilen und besucht sechs Primarklassen der Schule in Feldmeilen.

Durch den Tod von Frau Wille verliert sein Vater seine Stelle und die Familie zieht nach Neuenhof, AG, wo der Vater eine Stelle in einer Gärtnerei antritt. Der Besitzer der Gärtnerei steht bereits vor dem Konkurs, Vaters Arbeit ist unmöglich. Lebensbedrohende Gelbsucht verhindert über Monate eine neue Stelle zu finden.
Die Familie verarmt und Richard leidet unter dem mehrfachen Schulwechsel. Nach sechs Monaten Umzug nach Luzern, wo der Vater wieder als „Herrschaftsgärtner“ angestellt ist.

Richard leidet unter dem mehrfachen Schulwechsel und verständnislosen Pädagogen und ist schulisch nach einem Jahr dort, wo er in Feldmeilen die Schule abbrechen musste, am Ende der sechsten Klasse, jetzt des 7.Schuljahres, bekommt er eine Chance die Kantonsschule zu besuchen und begeistert sich dafür, auf diesem Weg Architekt studieren zu können. Er schafft die Aufnahmeprüfung überraschend gut, aber sein Vater stellt sich gegen den Kantonsschulbesuch. Richard bleibt nur, das letzte, achte Schuljahr in einer Abschlussklasse zu überdauern.

Er tritt in den CVJM, Christlichen Verein Junger Männer, ein und wird nach einem halben Jahr als Gruppenleiter gewählt, wo er sich aktiv einsetzt. Das Vertrauen zu seinem Vater ist gebrochen. Als Ausläufer während der Schulzeit verdient er sich ein neues Fahrrad, und findet eine Lehrstelle als Glasmaler, in der er mit begeistertem Lernen und Arbeiten das Vertrauen der Chefs gewinnt.

Nach zwei Dritteln der gut verlaufenen Lehrzeit wird sein Lehrmeister als Nazionalsozialistischer Verräter von der Bundespolizei aus dem Land gewiesen. Die Lehre wird durch das Lehrlingsamt aus administrativen Gründen nicht anerkannt. Er wechselt den Arbeitsgeber und erfreut sich eines gestalterisch rasch erwirkten Erfolges seiner Arbeit. Die Umsätze der Firma stiegen bedeutend und könnten nur durch eine Betriebserweiterung aufgefangen werden, die der Firmeninhaber wegen seinem Alter ablehnt.

Margrith Bolliger

1952 lernt Richard die Schwester seines besten Freundes, Margreth Bolliger, Tochter eines Werkzeugschleifers der Bell AG, Kriens, geboren am 28. September 1930 in Töss bei Winterthur kennen. Sie besuchte die Schulen mit 3.Sekundarklassen in Kriens, schloss ein Hauswirtschaftsjahr in der Familie des Stadtarztes von Luzern ab und ging zur Sprachlehre nach Genf. Eine Professorin erkannte Margrith’s Talent für Sprachen und vermittelte ihr Unterricht in der Abteilung Schauspiel am Konservatorium Genf und als „Brotberuf“ eine Ausbildung als Schalterbeamtin bei der Post. Nach zwei Jahren kam Margrith nach Kriens heim, bekam eine Anstellung bei der Krienser Post und führte ihre Ausbildung bei einer bekannten Schauspielerin nebenberuflich weiter.

Zwischen Richard und Margrith entwickelte sich eine starke Freundschaft. Beide sahen sich, durch ihre Lebensumstände vor einer äusserst fragwürdigen und harten Zukunft. Sie waren überzeugt, ihre gegenseitige Liebe werde stark genug sein, gemeinsam ihr Leben auf ehrliche und gute Weise zu meistern.

Unter dramatischen Umständen beschliessen

Margrith Bolliger und Richard Höber

am 31.Mai 1953 am 13.Oktober zu heiraten.

Die Zeit bis zur Heirat verwendeten sie, eigene Wege für eine auf Ehrlichkeit und Vertrauen basierende Liebesbeziehung für ihr ganzes Leben zu sichern.

1955 In Anwesenheit ihres Mannes schenkt Margrith in ihrer kleinen 2-Zimmer- Dachwohnung am Primelweg 6 in Luzern, zur grossen Freude ihrer Tochter Christine das Leben.

Trotz grossem beruflichen Einsatz und Erfolg gelingt es Richard nicht, die notwendige Betriebserweiterung zu erreichen. Sein Chef sieht sich zu alt für Investitionen.

1958 zieht die Familie nach Altstätten im St.Galler Rheintal um, wo Richard eine neue Werkstatt zur Dekoration von Hohlglas und Porzellan aufbauen soll. Der Anfang ist hart aber erfolgreich. Richard und Margrith finden im schönen Städtchen rasch gute Kontakte und freuen sich 1959 über die Geburt ihres Sohnes Tobias im Gemeindespital. Richard entwickelt eine neue, rationellere Produktionstechnik in Verbindung mit Siebdruck und erreicht damit ein überdurchschnittliches Wachstum des Betriebes. Er wird in die Gemeindepolitik eingeführt, übernimmt als FDP-Parteipräsident eine schwierige Aufgabe und erntet allgemeine Anerkennung. Als Margrith’s Ausbildung als Schauspielerin bekannt wird, reisst man sich um ihre Mitarbeit, die endlich mit jungen Leuten zum Bau des „Diogenes-Kellertheaters“ und und dessen Leitung durch das Ehepaar Höber führte.

Der berufliche Erfolg führte bereits nach drei Jahren zum Bau eines neuen Betriebsgebäudes und gleichzeitig zum Bau eines Einfamilienhauses nach eigenen Plänen für die Familie, die durch die Aufnahme des Waisenkindes Asma aus Nordafrika zur Wunschfamilie Margrith’s von 1953 wurde.

1963 vernimmt Richard im Militärdienst zuckerkrank zu sein. Margrith sorgt sofort konsequent mit täglichem diabetischen Tellerservice für die gesunde Ernährung ihres Geliebten innerhalb der Familie.

1970 kündigt Richard nach 12 Jahren erfolgreicher Tätigkeit seine Stelle, weil seine Chefs nicht bereit sind, für eine weitere technische Rationalisierung des Betriebes entsprechende Investitionen zu akzeptieren und startet ein eigenes Atelier für Grafik und Fotografie.

1972 Ein scheinbar psychischer Zusammenbruch Margrith’s, der sich als Fehldiagnose entpuppt, bewirkt den eigenen Entschluss kürzer zu treten. Das Diogenes-Kellertheater stellt den Betrieb vorübergehend ein. Margrith bleibt im Einsatz als Präsidentin des Evangelischen Frauenvereins und beginnt selbst gestaltete moderne Bilder zu sticken. Sie wird in die Liste der St.Galler Künstlerinnen aufgenommen und nimmt an mehreren Ausstellungen erfolgreich teil.

1978 Trotz fachlichem Erfolg muss Richard sein Atelier aufgeben, tritt sofort bei der Regionalzeitung „Der Rheintaler“ als Redaktor ein.

1979 Verunglückt Sohn Tobias, 20jährig, mit dem Auto und stirbt an Ort.

1981 Wechselt Richard von der Redaktion „Der Rheintaler“ zum „St.Galler Tagblatt“ und übernimmt die redaktionelle Leitung der neuen Regionalredaktion in Altstätten.

1994 Margrith stürzt mit dem Fahrrad auf einer Fahrt zum Milchladen und bleibt bewusstlos liegen. Dank raschem Transport und Versorgung über den Altstätter Spital nach St.Gallen wurde sie erfolgreich Operiert, blieb aber zwanzig Tage, während denen Tochter Christine und Richard sie im Spital Tag und Nacht betreuten, bewusstlos. Richard verlangte ihre Überführung ins Spital Altstätten und besuchte sie eine halbe Stunde nach ihrer Ankunft und sprach sie mit Namen an. Margrith’s Augen öffneten sich, sie drehte den Kopf Richard entgegen und lächelte. Nach drei Wochen kehrte sie Heim, übernahm den Haushalt und bald auch ihre anderen Aufgaben wieder. Monate später zeigen sich bei Margrith Nachwirkungen geistiger und körperlicher Art, die sie selbst erkannte und in der Folge ihr geliebtes Präsidium des Frauenvereins abgab um dem Verein nicht zu Schaden.

1996 Richard geht in Pension und übernimmt das Präsidium des Tierschutzvereins Rheintal. Margrith erleidet als Folge ihrer Stickarbeit eine Sehnenentzündung und muss das Sticken aufgeben. Sie übernimmt dafür die Pflege der Stacheltiere in der Igelstation, die im eigenen Garten errichtet wurde.

1997 Tochter Asma heiratet und gebärt ihre Tochter Angelina.

1998 Durch einem Unfall mit dem Auto verunglückt die Tochter Christine und stirbt. Richard fühlt Margrith’s grausames Leiden unter diesem Schlag. Ihre Lebensfreude, ihr Wille weiter aktiv zu wirken wird schwächer. Richard unternimmt allein und mit Freundinnen Margrith’s und Bekannten Reisen nach Irland, Norwegen, Finnland um Margrith’s Trauer und Depression auf zu brechen. Es gelingt nur teilweise, körperliche und geistige Schwächen werden immer spürbarer.

2003 Vom Spezialarzt vernehmen sie dass er nun keine Unfallfolgen mehr behandeln könne. Margrith leide jetzt eindeutig unter Demenz.Trotzdem feierten sie mit Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten den 50. Hochzeitstag. Margrith feierte ruhig und gefasst mit, im Bewusstsein, auf dem letzten, unbekannten Weg gehen muss.

2006 Die Kantorei Rheintal, in der Margrith über 20 Jahre mitgesungen hatte, lud sie zum Abschied zu einem liebenswürdigen Festchen ein. Es war der letzte Abschied von Freundinnen und Freunden, mit denen sie über alle Jahre in Altstätten mitgesungen und mitgewirkt hatte.

Für Richard war klar, er werde seine über alles geliebte Margrith, so lange er es schaffen könne selbst im eigenen Haus betreuen und Pflegen. Nach und nach gab Richard alle seine Aufgaben und Verpflichtungen ausserhalb des Hauses ab, um für seine Margrith da zu sein.

2011 Richard entschloss sich eine Hilfe für einige Stunden pro Woche ein zu stellen und fand Frau Maria von Walzenhausen, die neben der Arbeit sich ausserordentlich liebevoll mit Margrith verstand und mit ihr oft alte Lieder singen konnte, deren Texte Margrith über die Melodien wieder erkannte. Erinnerungen an ihre langes, schönes Leben verlor sie.weitgehend. Nur kleine Kindheitserinnerungen tauchten immer wieder auf. Richard kannte sie immer, er brachte ihr Gesicht zum strahlenden Lächeln, wenn er bei ihr war, wenn sie ihn zu sich rief ihn zu sich, um ihre Hände halten oder zärtlich geküsst zu werden.

Am 24.August 2013, zwanzig Tage vor dem 60.Hochzeitstag,

um 22 Uhr 30 streckte Margrith Richard ihre Hand entgegen

und schenkte ihm ihren letzten, lieben Blick.



*************************************************************************************************

Richard schreibt zur Zeit noch an der Biografie ihrer gemeinsamen Liebe, die trotz harten Schlägen unbeschädigt sechzig Jahre bestehen blieb.

Er hofft, sie werde 2014 / 2015 als Buch erscheinen

*************************************************************************************************

Startseite Begrüssung 23 Begrüssung LinksImpressum

Besucher Seit 01. 07. 2012: 1543 © Copyright By hoeber.chSitemapSchellenbaum.com, Letzte Aktualisierung: April 2014



www.natier.ch       www.e-rolli.com       www.Tinte.SG       www.nachfuelltinte.ch       www.Karawaneschweiz.ch